Default Management-Prozess

Default Management-Prozess

Übersicht der derzeit implementierten Liquidationsgruppen, inklusive der entsprechenden Halteperioden.

 
Wir haben einen Default Management-Prozess (DMP) implementiert, um mit dem Ausfall eines oder mehrerer Clearing-Mitglieder umzugehen.

Der Default Management-Prozess und die Margining-Methode Eurex Clearing Prisma basieren auf einem einheitlichen Liquidationsgruppenprinzip. Gemäß dieses Prinzips weist Eurex Clearing jedes zum Clearing zugelassene Produkt eindeutig einer Liquidationsgruppe zu. Die Produkte innerhalb einer Liquidationsgruppe verfügen über vergleichbare Risikoeigenschaften, und können im Fall des Ausfalls eines Clearing-Mitglieds zeitgleich glattgestellt werden.

Für jede Liquidationsgruppe hat Eurex Clearing eine dedizierte Halteperiode definiert. Die Halteperiode reflektiert die Zeitspanne, die Eurex Clearing zur Finalisierung des Default Management-Prozesses für ein Portfolio innerhalb dieser Liquidationsgruppe benötigt. Dieselben Halteperioden fließen in die Margin-Berechnungen ein, was eine ausreichende Besicherung im Default Management-Prozess gewährleistet (gemäß des gewählten Konfidenzniveaus).

 

Eines der wichtigsten Ziele eines Clearinghauses wie Eurex Clearing ist es, die Sicherheit der Finanzmärkte zu gewährleisten – insbesondere in Krisenzeiten. Chief Risk Officer Thomas Laux, erklärt wie Eurex Clearing den Ausfall abgewickelt hat und warum es beim Risikomanagement im Wesentlichen um das Management von Unwägbarkeiten geht.

 
 
 

Welche Ereignisse können zu einem Ausfall führen

Wir haben verschiedene auslösende Ereignisse definiert, die zum Ausfall eines Clearing-Mitglieds führen können:

  • Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen eines Clearing-Mitglieds ist ein automatischer Beendigungsgrund, d.h. alle Transaktionen zwischen Eurex Clearing und dem ausgefallenen Clearing-Mitglied werden automatisch gekündigt und der Default Management-Prozesses wird eingeleitet.
  • Darüber hinaus hat Eurex Clearing eine Reihe nicht-automatischer Beendigungsgründe definiert, wie etwa eine Nichtzahlung oder Nichtlieferung von Margin, die Nicht-Einhaltung der Clearing-Bedingungen oder die Eröffnung eines Sanierungs- oder Reorganisationsverfahren bezüglich des Vermögens eines Clearing-Mitglieds.
  • Im Fall eines nicht-automatischen Beendigungsgrundes steht es Eurex Clearing frei, dem entsprechenden Clearing-Mitglied eine Nachfrist zur Behebung des jeweiligen Verstoßes einzuräumen. Wenn Eurex Clearing von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch macht, oder wenn die Nachfrist abgelaufen ist, ohne das der Verstoß behoben wurde, informiert Eurex Clearing das Clearing-Mitglied schriftlich über dessen Ausfall und teilt dem Clearing-Mitglied mit zu welchem Zeitpunkt, die Kündigung aller Geschäfte zwischen Eurex Clearing und dem Clearing-Mitglied in Kraft tritt. Mit Wirksamwerden der Kündigung leitet Eurex Clearing den Default Management-Prozess ein.

 

Übersicht des Default Management-Prozesses

Bitte beachten Sie, dass der Default Management-Prozess, wie er hier beschrieben ist, nur für ausgefallene Clearing-Mitglieder Anwendung findet. Fällt hingegen ein Kunde (Nicht-Clearing-Mitglied, Registrierter Kunde oder sonstiger Kunde) eines Clearing-Mitglieds aus, ist nicht Eurex Clearing, sondern das Clearing-Mitglied für die Glattstellung der entsprechenden Positionen verantwortlich.

Ziel des Default Management-Prozesses ist es, das Gleichgewicht das CCP wiederherzustellen. Um dies zu erreichen, begründet Eurex Clearing neue Transaktionen mit Clearing-Mitgliedern, die diejenigen Transaktionen ersetzen, die zuvor mit dem ausgefallenen Clearing-Mitglied gekündigt wurden. 

Zusätzlich kann es sein, dass Eurex Clearing Schuldverschreibungen kaufen oder verkaufen muss, welchen gekündigte Special Repo- oder GC Pooling-Transaktionen zugrunde lagen, sofern das ausgefallene Clearing-Mitglied in der Bond Liquidationsgruppe aktiv war.

Um die negativen Folgen, die sich aus dem Ausfall eines Clearing-Mitglieds ergeben, zu minimieren, ermöglichen wir den Transfer von Kundenpositionen und -sicherheiten, wann immer dies möglich ist. Erfahren Sie mehr über die Segregationsmodelle, die anwendbaren Zeitspannen und Voraussetzungen für einen Transfer von Kunden.

 
 

Die Rolle eines DMP-Koordinators

Gemäß der Clearing-Bedingungen ist jedes Clearing-Mitglied verpflichtet, einen seiner Mitarbeiter als DMP-Koordinator und einen seiner Mitarbeiter als DMP-Koordinator-Vertreter zu benennen. Der DMP-Koordinator bzw. dessen Vertreter wird von Eurex Clearing bei allen Default Management relevanten Themen kontaktiert, und ist dafür zuständig, die entsprechenden Informationen innerhalb seiner Organisation an die relevanten Personen weiterzuleiten. Kontaktdaten für einen DMP-Koordinator und einen DMP-Koordinator-Vertreter können in der Eurex Clearing Member Section hinterlegt werden.

Eine detaillierte funktionale Beschreibung des Default Management-Prozesses steht in Kapitel 11 des Procedures Manual (ausschließlich in englischer Sprache erhältlich) unter folgendem Link zur Verfügung.

Haben Sie Fragen?

Sollten Sie Fragen rund um den Default Management-Prozess haben, können Sie uns jederzeit unter DMP_Inbox@eurexclearing.com kontaktieren.